Ania Losinger

... aus Gerzensee/BE hat ihren Traum, Musik und Bewegung zu vereinen und eine kreative Ausdrucksform für beides zu finden mit ihrem Xala verwirklicht. Wenn Ania von ihrer Art zu Tanzen erzählt, ist sie sehr konzentriert und zieht die Zuhörer in ihren Bann. Flamenco hat sie auf eine interessante Art herausgefordert, sie konnte stampfen und gleichzeitig am musikalischen Geschehen teilhaben, dieses sogar mit ihren Bewegungen beeinflussen. Der Stil des aufrechten, stolzen Tanzes hat ihr gefallen. Obwohl der Flamenco unglaubliche Disziplin und hartes körperliches Training erforderte, war das Tanzen immer mit grosser Leidenschaft verbunden. Sie konnte gar nicht anders als tanzen. Nach 14 Jahren ist sie aus dem Klassischen Flamenco herausgewachsen. Mit verschiedenen Experimenten versuchte sie aus dem Holzboden einen Klangboden zu machen. Zusammen mit Hamper von Niederhäusen hat sie das Xala, ein übergrosses Xylophon, gefunden. Damit hat sich auch ihr Tanz verändert. Die Arbeit mit dem Xala ist eine dauernde Forschungsarbeit, in der sie ihren Traum, Musik und Tanz zusammen zu bringen, verwirklichen kann. Eine Art von Meditation bewirkt, dass Ania sich sammelt, durchlässig wird und dadurch ihre Schwingungen durch ihre Bewegungen ungehindert in den Raum fliessen. Sie übt täglich, um diesen Idealzustand zu erreichen. Seit einigen Jahren hat sie das Glück, mit ihrem Lebenspartner Matthias Eser, der Marimba spielt, Kompositionen und Tanzchoreographien zu entwickeln und aufzuführen. Ania Losinger hat den Tanz in eine neue Dimension gebracht. Sie tritt nicht nur auf musikalischen Bühnen, sondern auch in Galerien und Kunsthäusern auf. 

www.xala.ch 


Ania Losinger

 

«Nach etwa 14 Jahren Flamenco tanzen war mir dann auch klar, dass ich mit dieser Mentalität eigentlich nicht zurecht komme. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich das Gefühl hatte: Jetzt müsstest du entweder nach Spanien, und ganz in diese Welt gehen, so dass du wirklich das wirst... wo es eben herkommt, also wirklich ganz dort hinein, oder ich muss etwas ganz eigenes finden.» 

«Wenn ich stundenlang diese Schritte und Rhythmen übe, und nachher geht man auf eine Bühne, die Löcher drin hat und Bretter, die fast auseinanderbrechen, dann kommt von all dem, was ich erarbeitet habe, nicht mal die Hälfte zum Tragen. Das hat mich so frustriert, dass ich mir einen eigenen Holzboden gemacht habe, aus Spanplatten, schöne schwarze Bretter. Den habe ich dann immer mitgenommen, den ganzen Boden. Dort hat es eigentlich angefangen wirklich zum Instrument zu werden. Dieser Anspruch also: Ich haue nicht einfach irgendwie auf den Boden, sondern ich tue das ganz musikalisch.» 

«Dieser tönende Holzboden hat den Ausschlag gegeben. Das ist ein Instrument. Auf diesen Holzboden könnte ich mal eine Metallplatte legen. Ich könnte mal einen Tonabnehmer drauf tun und mal ein Effektgerät anhängen und mal ein anderes Holz, oder... Irgendwann mal war es klar: Ich möchte mit den Füssen Musik machen.» 

«Ich suche eigentlich einen Schlag, will einen Rhythmus anziehen. Ich beginne zu tanzen, weil sich automatisch mein Körpergewicht verlagern muss, so kommt der ganze Körper in Bewegung. Und genau das, dass der Körper ein Perkussionsinstrument sein kann und gleichzeitig einen tänzerischen Ausdruck haben kann, hat mich fasziniert.» 

«Ich empfinde das Xala ganz klar als Perkussionsinstrument, aber ich spiele viel feiner, als noch zu meiner Flamencozeit, weil diese Kraft, die es beim Flamenco braucht, um diesen Power aus dem Boden zu bringen, die braucht es auf eine ganz andere Art und Weise.»

Filmausschnitt Bödälä - Dance the rhythm 4
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